Gründe für die Pipeline

Sicheres Transportmittel

Über eine unterirdisch verlegte Verbindungspipeline lässt sich der am Flughafen Stuttgart benötigte Treibstoff direkt zum Flughafentanklager transportieren. Gefahrguttransporte auf der Straße entfallen damit. Pipelines selbst gelten als das sicherste Transportmittel für flüssige oder gasförmige Produkte.

Zur Versorgung des Stuttgarter Flughafens mit Kerosin sind täglich bis zu 25 Tankkraftwagen auf den Straßen unterwegs – und damit ebenso viele Gefahrguttransporte. Pro Jahr macht das rund 7.500 Fahrten. Ab dem Tanklager Heilbronn, aus dem im Jahr 2013 zwei Drittel des Kerosins stammten (2015: 34 Prozent / 2016: 29 Prozent), legen die Lkws eine einfache Strecke von 66 Kilometern zurück. Würde nach der Schließung des Tanklagers Heilbronn der Treibstofftransport ab dem Tanklager Plochingen (Lieferanteil im Jahr 2013: ein Drittel, 2016: 71 Prozent) ausgeweitet, würde das bedeuten, dass auch künftig zahlreiche, mit Kerosin beladene Lkw an den Flughafen fahren. Alternative Tanklager – wie in Honau bei Kehl oder in Speyer – liegen deutlich weiter entfernt, rund 90 Kilometer weiter als Heilbronn (einfache Fahrstrecke). Die Verkehrs-, Lärm- und Schadstoffbelastung durch die als Gefahrgut deklarierten Treibstofftransporte würde damit deutlich steigen.

Die geplante Verbindungspipeline transportiert täglich bis zu 1.500 m³ Treibstoff – das entspricht rund 40 Tankkraftwagen. Sie könnte damit die Kerosin-Anlieferung per Lkw vollständig ersetzen. Und würde so den Verkehr auf den Straßen zum Stuttgarter Flughafen sicherer machen.

Laufend überwachter Betrieb

Pipelines selbst gelten als das aktuell sicherste Transportmedium für flüssige oder gasförmige Produkte. Sie werden mittels Fernleittechnik rund um die Uhr kontrolliert und von unabhängigen Sachverständigen regelmäßig gewartet. Das schreibt die Rohrfernleitungsverordnung des Bundes vor.

Mit der Überwachung der Verbindungspipeline zum Flughafen Stuttgart wird die Fernleitungs-Betriebsgesellschaft mbH (FBG), Bonn, beauftragt. Sie kontrolliert auch den 1.500 Kilometer langen Teil des zentraleuropäischen Pipelinenetzes, der durch Deutschland verläuft. Leckagen registrierte sie dort in den zurückliegenden Jahrzehnten keine. Druckveränderungen, die darauf hinweisen, kann die FBG unmittelbar und präzise lokalisieren und beheben. Bei Unregelmäßigkeiten wird der Treibstofftransport mittels Prozessleittechnik automatisch gestoppt. Mindestens einmal im Monat prüft die FBG die von ihr überwachten Pipelines auf Funktionalität. Zudem kontrolliert sie, ob der an der Oberfläche ausgewiesene Schutzstreifen eingehalten wird. Bei einem – sehr unwahrscheinlichen – Austritt von Kerosin aufgrund von Leckagen besteht keine Explosionsgefahr. 

Bauliche Sicherheit

Für die Sicherheit bei der Verlegung der Verbindungspipeline garantieren die Bauherren – die Flughafen Stuttgart GmbH (FSG) und die Oiltanking Deutsch-land GmbH & Co. KG. Vorgesehen sind u.a. folgende Maßnahmen:

  • Korrosionsschutz: Kathodischer Korrosionsschutz durch Einspeisung eines Schutzstroms; passiver Schutz durch Umhüllung der Pipeline mit einer normierten Kunststoffummantelung sowie mit Faserzement
  • Einbau von Schutzrohren bei Kreuzungen mit Straßen oder Gewässern
  • Einbau von Streckenschieberschächten zur Minimierung der Auslaufmengen bei etwaigen Leckagen
  • Durchstrahlungsprüfungen der Schweißverbindungen
  • Stressdruckprüfungen
  • Anbringen von Markierungspfählen an der Oberfläche 
  • Begleitung/Abnahme der Bauarbeiten durch einen Sachverständigen (z.B. TÜV) 
  • Entwicklung von Alarmplänen für den Betrieb der Pipeline
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